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Polytechnische Ausbildung

Die Arbeitslosigkeit im Tschad wird auf 30 % geschätzt (in den Städten auf 50 %). Die Durchfallsquote bei Prüfungen ist ebenfalls alarmierend. Mehr als 80 % der Abiturienten sind 2011 durchgefallen. Geldmangel der Eltern führt bei vielen jungen Leuten dazu, dass sie ihre Ausbildung ohne Abschluss vorzeitig beenden. Der Arbeitsmarkt im Tschad ist derzeit eine Katastrophe. Was tun?

Die AET-Kirchen im Tschad wollen der Jugend eine Chance geben. Deshalb haben sie beschlossen, ein Ausbildungszentrum zu bauen, um den jungen Leuten zu helfen, einen Arbeitsplatz zu finden. Ziel ist es, den jungen Leuten die Möglichkeit zu geben, einen Beruf zu erlernen. Damit können sie in ihrem Heimatort bleiben, für sich selbst sorgen und dort eine Familie gründen.

Bei der Grundsteinlegung für das polytechnische Zentrum Al Tatawwur in Bitkine am 1. Februar 2010 war der Gouverneur (Ministerpräsident) anwesend. 2010 wurde die Grundstücksmauer mit einer Länge von 330 m fertig gestellt. Hinzu kam das erste Gebäude. Reto Lampert koordiniert dieses Bauprojekt. Ein zweites Gebäude wurde im Juli 2011 fertig. Diese beiden Gebäude erlauben bereits die Ausbildungen der angepassten Technologien in den Bereichen Elektriker, Maurer, Schlosser und Lederverarbeitung. Ein weiterer Bereich ist das Nähen. Das Projekt sieht für 2012 den Bau von zwei weiteren Gebäuden vor. Sie sollen die Ausbildungsgänge Informatik und Mechanik beherbergen.

Bei der Errichtung der Gebäude werden bereits Maurerlehrlinge in Theorie und Praxis ausgebildet. Verantwortlich für diesen Ausbildungszweig ist ein Unternehmer aus dem Guéra. So werden junge Handlanger zu ausgebildeten Maurern. Dadurch verdienen sie dann viermal so viel und können so besser ihre Familien versorgen. Im Jahr 2010 hat das Zentrum 18 Maurer und 5 Schlosser ausgebildet.