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Geschichte

Im Gebiet Tschad der französischen Kolonie "Äquatorialafrika" breitete sich Anfang des 20. Jahrhunderts im Süden der christliche Glaube aus. Im nördlichen Teil des Landes waren der Islam und Naturreligionen vorherrschend. Nördlich und östlich der Hauptstadt N´Djaména gab es vor 1945 keine christlichen Gemeinden.

Im Jahr 1946 liess sich der Schweizer Missionar Albert Burckhardt  als Erster mit seiner Familie in der Gegend des Berges Mont-Guéra im Marktort Bitkine nieder, um die Bevölkerung mit dem Evangelium zu erreichen.
Marcel Barbezat aus Belgien kam im Jahr 1948 mit seiner Frau Evelyne dazu, einer Schweizerin. Sie wohnten in Mongo, wo sie ein Internat gründeten. Im Jahr 1953 nahmen zwei französische Familien  die Arbeit im Guéragebiet auf. Jean und Huguette Metz liessen sich in Moukoulou nieder, Marius und Liliane Baar in Korbo.
  
Erste Missionare aus Deutschland und der Schweiz, Station Gogmi
Als erster deutscher Missionar reiste Walter Utermann in das Land Tschad.
In diesem Zusammenhang wurde die Evangelische Mission im Tschad e. V.  1959 in Deutschland gegründet.
Zusammen mit den anderen Missionaren aus Europa wurde Walter Utermann im Guéragebiet tätig.
Im Jahr 1963 begann er mit seiner, aus der Schweiz stammenden, Frau Anne-Marie eine missionarische Pionierarbeit in dem Ort Gogmi / Guéra, wo sie eine Missionsstation aufbauten.  Durch die  medizinische Arbeit und eine kleine Schule konnte das Vertrauen der Einheimischen gewonnen werden. Der dort ansässige Stamm der Sokoro öffnete sich dem Evangelium und es entstand die erste Gemeinde.
Im Juli 1968 griffen Rebellen überraschend die Missionsstation in Gogmi an. Durch ein Wunder Gottes überlebte die ganze Familie Utermann. Die Missionare, neben Familie Utermann auch die Missionarsfamilien Leimeroth und Thibaut, mussten in den folgenden Jahren wegen der Unruhen die begonnene Arbeit im Guéragebiet aufgeben und sich  in die Hauptstadt N´Djaména zurückziehen.

Arbeit am Tschadsee
Im Jahr 1969 erhielten wir eine Anfrage für missionarische Hilfe im Tschadseegebiet. Die Missionare Käslin und Krebs, mit ihren Familien, waren bereit eine Arbeit auf der Insel Haikelou zu beginnen. Andere Missionare folgten. Die Mission kaufte ein Schiff um den Stamm der Boudouma auf den zahlreichen Inseln des Tschadsees zu erreichen. Ein kleines, medizinisches Zentrum wurde gebaut. Diese missionarische Arbeit entwickelte sich bis 1977. Dann breiteten sich die Unruhen im Land auch bis in die Region des Tschadsees aus. Die Arbeit musste aufgegeben werden.

Wegen der anhaltenden Unruhen konnten auch Georg und Doris Leimeroth ihre angefangene Missionsarbeit in Melfi / Guéra nicht weiterführen. Daraufhin sahen sie einen neuen Auftrag in der Hauptstadt. Von 1972 bis 1975 arbeiteten  sie in der Schulung von Sonntagsschulhelfern und erarbeiteten  zweckmässige Methoden. Ihr "Handbuch für Sonntagsschulhelfer" für den Unterricht in Sonntagsschulen und Kinderstunden ist bis heute eine wertvolle Grundlage.                                                                                             


Die einheimische Kirche stellt sich neuen Aufgaben
Ab Mitte der 1960er-Jahre schlossen sich die von den Missionaren gegründeten Gemeinden im Guéragebiet an die schon im Süden und in der Hauptstadt bestehende Brüdergemeinden-Organisation "Assemblées Chrétiennes au Tchad" - ACT - an.  Durch die Ausbildung von Pastoren in Europa (u. a.  René Daidanso, Agouna Deciat, Josué Bimba) konnten die lokalen Gemeinden besser gefördert werden.
Durch den  Zusammenschluss evangelischer Kirchen in der "Evangelischen Allianz" entstanden neue Arbeitszweige und Aktivitäten. Z. B. die theologische Hochschule ESTES (Ecole Supérieure de Theologie Evangélique Shalom), Gesundheitsdienste, sozialpolitische Aufgaben, die jährliche Aktion "Tschad für Christus",  die Aussendung tschadischer Missionare in noch unerreichte Gebiete im Land. 
Neben der Aussendung von europäischen Missionaren wandelte sich die Missionsarbeit der EMT vermehrt hin zu der personellen und finanziellen Unterstützung der Arbeit unserer zwei tschadischen Partnerkirchen. (Im Guéragebiet ist seit 1995 eine eigene Kirchenorganisation der dortigen Gemeinden entstanden "Assemblées Evangéliques au Tchad" - AET).

Die einheimischen Gemeinden und Kirchen waren der Rückhalt für viele Christen in der Zeit der Kulturrevolution 1973 - 1975 (zwangsweise Einführung animistischer Bräuche), um ihrem Glauben treu zu  bleiben. Nach dieser schrecklichen Zeit  blühten eine Reihe Gemeinden neu auf. Die ausgestreute Botschaft von Jesus hatte Frucht getragen.

Zentrum Koyom
Eine neue Anfrage erreichte uns im Jahr 1981. Eine Gruppe von Christen hatte während des Bürgerkrieges, ca. 300 km südlich von N´Djaména das Zentrum CAEK (Centre d`Activités Evangéliques de Koyom = Zentrum für christliche Aktivitäten von Koyom) gegründet. Die Verantwortlichen baten um die Entsendung eines Arztes.
Als erster Arzt ging der Schweizer Thomas Zürcher mit Familie nach Koyom und baute das medizinische Zentrum auf.
Ab 1998 leitete der deutsche Arzt Steffen Kirstein mit Familie dort weitreichende Verbesserungen zur Verselbständigung des Krankenhauses ein.  Ein tschadischer Arzt, Osée N´Dilta, konnte ab 2002 als Nachfolger gewonnen werden. Eine Reihe weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Schweiz und aus Deutschland unterstützte in den letzten 20 Jahren die medizinische, handwerkliche und pädagogische Arbeit im Zentrum Koyom.

Zentrum Bitkine im Guéragebiet
In  Zusammenarbeit zwischen den lokalen Gemeinden und Missionar  Maurice Vuilleumier wurde im Jahr 1987 in Bitkine eine Bibelschule gegründet. Durch die Arbeit der Bibelschule konnten seither viele Pastoren und Evangelisten für ihren Dienst in den Gemeinden im Guéragebiet zugerüstet werden.
Die beiden Missionarinnen Damaris Utermann und Elisabeth Käslin entwickelten ab dem Jahr 1991 im Rahmen der bestehenden Poliklinik den Bereich "Hilfe für Mütter und Kinder". Als ausgebildete Hebamme entwickelte Damaris Utermann Kurse für Hilfshebammen. Diese Frauen konnten dann Schwangere betreuen, Geburten durchführen und Anleitung zur Säuglingspflege geben.

Stützpunkt und Koordination in N´Djaména
Um die Missionarsfamilien außerhalb der Hauptstadt mit Informationen und Nachschub zu versorgen, war bald in N´Djaména eine "Kontaktstelle" erforderlich.
Im Stadtviertel Klémat kaufte unsere Mission ein Grundstück, auf dem 1976 ein grösseres Wohn- und Gästehaus von unserem Werkmissionar Ernst Krebs gebaut wurde. In den Kriegswirren um 1980 wurde es stark beschädigt und mußte zweimal gründlich repariert werden. Unter anderen waren dort in den Jahren 1980 - 2005 tätig: Markus und Dorothée Gyger,  Léa Mehl, Jean-Charles und Nathalie Porret, Christian und Sarah Simonin, sowie Linus und Margrit Käslin.
Jean-Marc Stauffer bildete mehrere Jahre Studenten an der Theologischen Fakultät "Shalom" (ESTES) aus. Seine Frau Anne-Lise unterrichtete die Frauen der Studenten im Bereich Gesundheit und Hygiene etc.

Die EMT-Vereine in Deutschland und der Schweiz
Als Rückhalt für den ersten deutschen Missionar Walter Utermann bildete sich im Jahr 1959 in Deutschland der Verein "Evangelische Mission im Tschad e. V."
Die Mitglieder gehörten verschiedenen Landeskirchen und Freikirchen an.
Vorsitzende waren in den ersten Jahren u.a. Hans-Lothar Jordan, Traugott Riexinger, Alfred Weiss, Paul Schnabel.
Auch in der Schweiz wurde im Jahr 1963 ein EMT-Verein gegründet. Dort amtierten in den ersten Jahren die Präsidenten Karl Stark, Hans Huber, Klaus Völlmin.

Der Schweizer Zweig und der Deutsche Zweig der EMT arbeiten von Anfang an bis heute eng zusammen. Seit Anfang der 1960er-Jahre besteht ein gemeinsamer Rundbrief für die deutschen und schweizerischen Freunde in deutscher und französischer Sprache.